Malte Jaspersen Wassertropfen in der Schale
Water Dripping In A Dish - Sounds of the Japanese City Of Kyoto (TRTR 005)
 

„Kyoto ist eine laute Stadt. Anfangs wehrte ich mich gegen den ständigen Lärm auf der Straße, die unaufhörliche Musikberieselung in Kaufhäusern und die penetranten Lautsprecherstimmen in Zügen. Dann begann ich, die Geräusche und Klänge zu sammeln. Es wurde eine Entdeckungreise. Und irgendwann fing ich an, auf die Stille zwischen den Klängen zu achten“
(Malte Jaspersen)

Malte Jaspersen lebt seit vielen Jahren in der alten japanischen Hauptstadt Kyoto und begann dort 1989 Nô-Theater sowie das Schnitzen von Nô-Masken zu studieren. Er produziert Sendungen für die ARD, darunter Arbeiten über Geishas, Tagelöhner und „Mangas“, japanische Comics. In seiner Wahlheimat Kyoto hat der gebürtige Kölner Klänge, Geräusche und Musik „gesammelt“ und diese auf der vorliegenden CD zusammengestellt. In einem ausführlichen zweisprachigen Beiheft werden kleine Geschichten zu seiner „Entdeckungreise“ durch die Stadt der japanischen Kaiser erzählt.

Hier ein kurzer Auszug:

Buddhistische Mönche

Einmal im Monat kommen buddhistische Mönche durch unser Viertel. Sie sammeln Almosen, aber ihr Gesang wirkt nicht bittend, eher stolz. So müssen sie schon vor Jahrhunderten herumgezogen sein; unter runden Strohhüten, in ausgebleichten blauen Roben, Strohsandalen an den Füßen, selbst im Winter.

Trommeln im Yoshida-Schrein
Als Kind weckten mich zu Hause die Kirchenglocken in der Nachbarschaft, in Kyoto beginnt früh um sechs der Kannushi-san, der Priester im Shintô-Schrein, den Tag mit seinem Ritual. Der Shintô ist neben dem Buddhismus die zweite Haupreligion Japans, eine für Europäer merkwürdige Mischung aus Naturanbetung, Ritus und Volksglaube. Shintô-Priester segnen Bäume, Reisfelder und Kaufhäuser. Der alte Dichter kann ebenso zu einem Gott werden wie das Wasser, was in eine Schale tröpfelt.

Aufnahmeort, -datum:    Kyoto (Japan) über die Jahre 1996 bis 1998

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